Maui: Haleakalā-Nationalpark

Der Wecker läutet heute bereits um 3:15 Uhr! Wir machen uns Sandwiches, packen uns warm ein und schon geht es los.

Unser tapferer Audi bringt uns nach 1,5 Stunden langer Fahrt und knapp 3.055 überwundenen Höhenmetern an unser Ziel: den Gipfel des Haleakalā.

Der Haleakalā oder East Maui Volcano ist ein 3.055 m hoher inaktiver Schildvulkan, der mehr als 75 % der Fläche der Insel Maui einnimmt. Sein Name bedeutet auf Deutsch „Haus der Sonne“ und ist mit der Sage verbunden, dass der Halbgott Māui die Sonne dort eingefangen habe. Sein letzter Ausbruch wurde auf den Zeitraum zwischen 1450 und 1650 datiert. Der Krater des Vulkans weist einen Umfang von 34 km auf und ist damit einer der größten der Erde.

Aber warum muss man dafür so früh aufstehen? Um 5:44 Uhr kann man hier über den Wolken den perfekten Sonnenaufgang mit Blick über den Krater beobachten. Dafür mussten wir bereits 3 Monate zuvor eine Genehmigung buchen und vor allem rechtzeitig hier sein. Zusammen mit einigen anderen stehen wir leicht frierend am Aussichtspunkt auf 2.969 m und warten auf das große Spektakel.

Und dann geht es sehr schnell! Die Sonne kann es gar nicht erwarten uns einen neuen Tag zu eröffnen.

Die Sonne wurde mit traditionellen Gesängen begrüßt. Das könnt ihr auch im Video hören, wenn ihr diesen schönen Moment erleben wollt:

Alle paar Minuten ändern sich die Farben der Vulkanlandschaft und es eröffnen sich immer neue Perspektiven auf die Puʻu (Schlackenkegel). Jeder Puʻu repräsentiert eine andere Ausbruchsstelle, der jüngste Ausbruch fand erst vor etwa 1.000 Jahren statt. Geologisch gesehen ist das also neu!

Im Visitor Center bekommt Hundn einen neuen Button und wir lassen uns die möglichen Trails von einem Ranger erklären. Dann wird es Zeit für ein Frühstück und aufwärmen… im Auto.

Ein kleines Stück weiter sind wir dann am höchsten Punkt des Vulkans, wo ein berühmtes Observatory steht. Aufgrund der bemerkenswerten Klarheit und Trockenheit der Luft und der Höhe eignet sich der Gipfel des Haleakalā ähnlich wie der des Mauna Kea sehr gut als Standort von optischen astronomischen Instrumenten. Experten aus aller Welt kommen in den „Science City“ genannten Komplex, wo unter anderem Teleskope der Universität von Hawaii, der US Air Force und anderer Organisationen betrieben werden.

Hier ist auch der Platz für eine ganz besondere Pflanze. Das Silberschwert gehört zur Familie der Korbblütengewächse. Diese Art kommt nur am Puʻu Kukui, dem höchsten Berg Westmauis sowie am Haleakalā-Krater in Höhenlagen zwischen 2100 und 3100 Metern vor. Das Besondere an dieser vom Aussterben bedrohten Pflanze ist, dass sie nach 5 bis 20 Jahren 100 bis 500 Einzelblüten erzeugt. Nach dem Ausstreuen ihrer Samen stirbt die Pflanze, denn jedes Silberschwert blüht nur einmal. Leider finden wir ein paar verblühte, aber kein blühendes.

Wir genießen noch den Ausblick Richtung Zentral- und West-Maui und unser Audi bringt uns einige Höhenmeter abwärts direkt an die Wolkengrenze.

Nun wärmen wir uns bei einer Wanderung auf. Am Halemau’u Trailhead geht es abwärts durch eine spannende Gegend. Über Vulkanstein durch eine typische Pflanzenwelt und überall summt es – hier sind sehr viele Bienen am Werk und sammeln in den versteckten Blüten eifrig Honig.

Am Ende unseres Weges stehen wir an einem Bergkamm. Auf der einen Seite blicken wir in ein saftig grünes Tal und auf der anderen Seite in den Vulkankrater.

Der Aufstieg am Rückweg ist in diesen Höhenlagen zum Teil ein echter Kraftakt. Wir kommen schnell außer Puste.

Die Nene, auch bekannt als Hawaiigans, ist der offizielle Staatsvogel des Bundesstaates Hawaii. In freier Wildbahn kommt die Nene ausschließlich auf den Inseln Maui, Kauai, Molokai und Big island vor. Nachdem wir bisher überall nur die Schilder „Nene Xing“, aber noch kein Tier gesehen haben, waren wir dann umso mehr erfreut endlich eine Familie dieser Gänse zu sehen.

Noch ein kurzer Stopp am Kalahaku Overlook und dann stärken wir uns am Picknick-Platz beim unteren Visitor Center. Anschließend gibt es noch den kurzen Hosmer Grove Loop, der auf einem Rundweg durch ein Waldgebiet führt und die Bäume benennt. Hundn hat inzwischen als Junior Ranger die Baumringe gezählt.

Nun verlassen wir den Nationalpark und begeben uns noch einige Höhenmeter abwärts.

Ein kurzer Stopp bei Maui Honey Bee Sanctuary versorgt uns wieder mit lokalem Honig. Außerdem lernen wir Frankln kennen. Der kleine Hund empfängt uns und wollte uns auch gar nicht mehr wegfahren lassen.

Als nächstes besuchen wir die Maui Winery nur ein paar Minuten weiter. MauiWine wurde 1974 eröffnet und produziert Weine aus eigenen Trauben, Ananas und Himbeeren. Wir verkosten die für uns ungewöhnlichen aber wirklich leckeren Ananas-Weine und den Ananas-Sekt. Ein fruchtiger Kontrast zu den österreichischen Weinen. Danach kosten wir uns durch die Rose Ranche Collection und zum Abschluss den Lehua Raspberry Dessertwein. Immer wieder kommen bunte Vögel wie der Rote Kardinal vorbei.

Leicht beschwipst geht Claudia Richtung Auto – Martin bekommt noch einen Kaffee für die Rückfahrt. Die Strecke erinnert mit dem satten Grün und den Steinmauern zum Teil an Irland, dann zeigen kahle Bäume und Trockenheit den Kontrast.

Wir tanken noch kurz und rasten dann auf unserem Lanai. Die Ruhe wird aber von einem echt seltsamen Vogel gestört. Der kleine Kerl gehört zur Familie der Stare und hat Töne auf Lager, die wie eine Autoalarmanlage oder Computerstimmen klingen! Grundsätzlich ist er recht zutraulich aber leider auch etwas aufdringlich. Ab und zu plustert er sich auf und sieht schon bedrohlich aus mit seinem spitzen Schnabel und seinen kräftigen Krallen.

Für unser Abendessen haben wir uns etwas nettes gefunden: Peggy Sue’s Maui ist ein typisches altes Diner aus den 50ern mit bunten Sitzgelegenheiten, Musicbox und dem gekachelten Fliesenboden. Wir genießen leckere Burger und Pommes.

Nun geht ein seeeeehr langer Tag zu Ende 😴


Tagesinfos:
14.954 Schritte und dabei 10,5 km zurückgelegt
199 km gefahren – Strecke