Wie ihr wisst wären wir heute eigentlich zu einer weiteren Reise in die USA aufgebrochen. Geplant war nach einer Stadtbesichtigung in Houston ein Roadtrip die Küste ostwärts entlang bis nach Florida und ein Heimflug dann von Atlanta. So ein blöder Virus hat uns da aber leider einen Strich durch die Reiseplanung gemacht.
Statt dieser Reise werden wir die geplante Zeit dafür nutzen das eine oder andere Abenteuer in unserer Heimat zu erleben und eine Art „Alternativ-USA-Reise“ zu machen. Selbstverständlich halten wir euch dabei in gewohnter Weise am Laufenden.
Besuch in der Lobau
Nach einem richtig guten großen Frühstück mit Eierspeis, Omlett und gebratenem Speck führt uns der erste Ausflug in die Lobau. Die Lobau ist Teil des Nationalparks Donauauen, einer von sechs Nationalparks Österreichs. Sie umfasst 2.300 Hektar und gehört teilweise zum 22. Wiener Gemeindebezirk.

Wir parken unseren Mini beim Nationalparkhaus und wandern eine gemütliche Runde um die Panozzalacke. Das ist ein kleiner See, wo man sogar baden kann. Wir beobachten die Enten beim Schwimmen und die riesigen Fische im See.


Am Weg findet man immer wieder umgestürzte oder zur Sicherheit umgesägte Bäume, aber auch jede Menge ausgehöhlter alter Bäume.


Unser Weg führt uns zum Josefsteg. Eine Holzbrücke, die über einen Teich und durch riesiges Schilffeld führt. Darin zwitschert es richtig laut und in den freien Wasserstellen sieht man wieder Enten schwimmen.
Bisher haben wir es nie geschafft hier die Orchideenblüte zu sehen – das ist heuer anders. Wir wandern noch ein kleines Stück weiter in eine Steppenlandschaft, wo man angeblich gute Chancen hat, die kleinen Blumen zu finden.


Zuerst finden wir das kleine aber wunderschön violette Frühlings-Knabenkraut. Dann finden wir es auch noch in zwei weiteren Farben.
Insgesamt gibt es in der Lobau 23 Arten der streng geschützten Pflanzen.



Am Rückweg sehen wir noch einige andere Blumen wie die weißen Milchsterne, eine einsame Tulpe und viele kleine blaue aber auch gelbe Blümchen am Wegesrand.


Ein schöner Ausflug, den wir in den Wochen der Corona-Quarantäne ein paar Mal gemacht haben.
Spaziergang durch den Donaupark
Auf unseren Reisen besuchen wir in den Städten gerne kleine Parks. Nachdem das Wetter in den letzten Tagen sehr einladend war, haben wir einen Spaziergang in den Donaupark gemacht. Dort findet man einige Blumen und Bäume, die gerade blühen, und der Ausblick auf den kleinen See ist auch immer toll.




Im Hintergrund ist immer wieder der Donauturm zu sehen. Er wurde von 1962 bis 1964 anlässlich der Wiener Internationalen Gartenschau errichtet.
Der Donauturm ist eines der Wahrzeichen Wiens und löste mit 252 Metern bei seiner Erbauung den Stephansdom als höchstes Gebäude Österreichs ab. Seit der Demontage der Sendemasten Bisamberg im Jahr 2010 ist er auch wieder das höchste Bauwerk in Österreich insgesamt. Hier kann man in 170m Höhe einen Kaffee mit Blick über ganz Wien trinken!

Süß finden wir ein kleines Graffity am Boden, das anscheinend von einem Kind für seinen Papa (=Padre) gemalt wurde. Mit einem kleinen Eis gedenken wir auch wieder unserer USA-Reise.


Besuch im Naval Aviation Museum in Pensacola
Ein besonderes Highlight unserer USA-Reise wäre ein Besuch im „Naval Aviation Museum“ in Pensacola gewesen. Das Museum liegt auf einer Navy Air-Base, auf der wir letztes Jahr den Leuchtturm bezwungen haben. Hier der Link zum Besuch vom letzten Jahr: Pensacola & 4 Bundesstaaten
Dieses Gelände ist die Heimat einer weltberühmten Kunstflieger-Staffel: Die Blue Angels sind uns letztes Jahr schon um die Ohren geflogen.


So sehen wir uns das Museum virtuell an, was wirklich ganz gut gemacht ist. Man kann durchgehen und sich zu den einzelnen Ausstellungsstücken nähere Infos anzeigen lassen. Hier könnt ihr das auch: https://www.navalaviationmuseum.org/nnam/virtualtour/
Die Geschichte der U.S. Marine Luftfahrt begann am 8. Mai 1911, als das erste Flugzeug bestellt wurde. In den Jahren vor dem 1. Weltkrieg wurde nach Luftunterstützung gesucht, welche die Navy bei der Kontrolle und dem Schutz der Meere unterstützt.
Das Flugzeug, das damals bestellt wurde, war der A-1 Triad. Das war auch das erste Flugzeug mit dem die Navy von einem Schiff abhob und dort wieder landete.


Im Korea-Krieg wurde die F9F eingesetzt und landete am 9. November 1950 den ersten Jet gegen Jet Abschuss in der Geschichte der U.S. Navy.
Der Flieger hier im Museum wurde von der Navy und der Marine in Korea genutzt.


Man kann hier mehrere Hallen durchwandern und wie in den amerikanischen Museen üblich kann man auch zB durch ein pazifisches Camp aus dem 2. Weltkrieg, durch eine amerikanische Straße zur Zeit des Krieges spazieren oder über den Flugzeugträger der USS Enterprise wandern.


Riesig ist auch die PB2Y Coronado, die 1937 zum ersten Mal abhob. Das hier ausgestellte Modell ist das letzte bestehende Exemplar und flog zuletzt am 2. September 1945 zur Kapitulation Japans in die Tokyo Bay. Hier kann man auch (wie bei vielen Fliegern) ins Cockpit schauen!


Es gibt auch eine kleine aber feine Ausstellung zum Thema Weltraumfahrt denn mit dem ersten und letzten Menschen auf dem Mond, standen insgesamt sechs der sieben Apollo-Missionen zum Mond unter dem Kommando von Navy Fliegern.
Zu sehen sind eine Mondlandefähre, ein Mond-Fahrzeug und eine Replika der Freedom-Kapsel. Auch ein Stück Mondgestein, welches Apollo 17, die vorerst letzte Mission zum Mond, mitgebracht hat. Ebenfalls ausgestellt ist die Skylab II Kapsel, die 1973 gleich mehrere Rekorde aufstellte: die längste Dauer eines bemannten Raumfluges, längste gereiste Strecke und größte Masse im All.


Neben den älteren Fliegern sind auch modernere zu sehen. Auch ein Helikopter (VH-3 – Marine One) ist ausgestellt, mit dem die Präsidenten Nixon und Ford in den 1970s Jahren geflogen sind. Der SH-60B Seahawk ist einer der derzeit meistbenutzten Helikopter der US Navy.


Das für Claudia Spannendste sind aber die Modelle der Blue Angels. In einem eigenen Atrium hängen die A-4 Skyhawks der Blue Angels. Drei der blauen Flieger, die tatsächlich Gefechte in Vietnam geflogen sind, hängen hier von der Decke.


Geplant war auch, dass wir uns einen Trainingsflug der Fliegerstaffel ansehen. Das wäre ein einmaliges Erlebnis gewesen. Im Internet findet man aber teils wirklich gute Aufnahmen der Fliegerstaffel.
Hier ein Beispiel der waghalsigen Flugmanöver: Youtube – Blue Angels 2019
Wer einmal in einem Cockpit eines Blue Angels in Formation über New York fliegen möchte, kann das hier erleben: Youtube – Blue Angels Flyover New York
Nach diesem virtuellen Ausflug legt Martin bei der Bande ein Nickerchen ein. Die Bande ist übrigens so richtig im USA-Fieber!

Ausflug auf der Donauinsel – stromabwärts
Schon vor einiger Zeit haben wir ein Foto eines kleines Gewässers auf der Donauinsel gefunden, das wir unbedingt mal besuchen müssen. Jetzt machen wir uns auf die Suche danach. Wir beginnen unseren Spaziergang beim Copa Beach, wo wir einen Graureier beim Fischefangen beobachten – Wahnsinn! Der leere Steg hat Seltenheitswert und es sind so wenig Menschen derzeit unterwegs, dass die Schwäne sogar die Schwimminseln als Brutplatz nützen!


Nachdem wir auf unseren Reisen viele Leuchttürme besuchen, sehen wir uns mal unseren kleinen Leuchtturm direkt vor der Haustüre näher an.
Der Leuchtturm war 1990 Teil der Kulisse der Bregenzer Festspielbühne bei der Aufführung „Der fliegende Holländer“. Während der Opernaufführungen stürzte sich Senta, eine Figur der Oper, vom Leuchtturm in den Bodensee. Danach wurde der Leuchtturm zerlegt und nach Wien transportiert. Nach einem kurzen Aufenthalt im Technischen Museum wurde er 1997 auf die Donauinsel gebracht. Seither ist er dort Werbefläche, Sendeanlage und Träger einer Wetter- und Stadtkamera.


Unser Haus ist immer ein Foto wert, erst recht, wenn sich eine Ente mit aufs Bild schummelt.
Google Maps zeigt uns, dass wir jetzt unserem eigentlichen Ziel ganz nah sind. Wir kämpfen uns durch das Dickicht und staunen nicht schlecht, dass sich hier mitten auf der Donauinsel wirklich ein kleiner Wald befindet. Aus der Ferne hören wir lautes Quaken und wissen damit, in welche Richtung wir müssen. Toll was sich uns zeigt: Das Tritongewässer, ein kleiner Teich mit hohem Schilf, verwitterten Bäumen und vielen laut quakenden Fröschen und Kröten.







An einer Stelle im Wald wurde ein kleiner Steingarten gebaut.
Wir sehen auch wieder einige sehr schöne Blumen und fleißige Bienchen aber auch die Spuren der hier lebenden Biber.




Unter der A23 finden sich einige teils schöne – teils witzige Graffities.



Noch ein Stück weiter besuchen wir noch den Steinkreis, der eine Art Kalender darstellt. Zur Sonnwende geht die Sonne über einem ganz bestimmten Stein auf. Toll, man fühlt sich ein wenig wie in Irland.

Jetzt gehen wir über die Wehr, wo wir den Wakeboardern zusehen und den Blick auf die Donau genießen.


Unser Weg führt uns hinüber zur Alten Donau, wo wir den Ausblick auf das Wasser genauso genießen wie die Skyline in der Ferne. Und wo wir schon mal in Kaisermühlen sind… ist ein Besuch beim Eissalon Trento eigentlich Pflicht!


Ausflug auf der Donauinsel – stromaufwärts
Wir holen unsere Räder aus dem Winterschlaf und radeln stromaufwärts. Ziel ist der oberste Punkt der Donauinsel mit dem Wehr. Dort essen wir ein Eis am Wasser und beobachten die vorbeifahrenden Schiffe. Martin rettet auch das Spielzeug eines weißen Schäferhundes.




Der Ausblick auf die Hochhäuser in der Ferne ist wieder sehr schön.


Am Weg zurück machen wir Halt an einer kleinen Bucht mit Sandstrand. Wir breiten die Decke aus, stecken die Zehen in den Sand und schauen Hunden beim Spielen zu. Auch eine kleine Abkühlung der heißen Füße muss sein.


Nach ca. 4,5 Stunden sehen wir die Franz-von-Assisi-Kirche schon näher kommen und wissen, dass wir gleich zu Hause sind.

Nach so vielen Anstrengungen haben wir uns ein Abendessen verdient. Wie im Urlaub gönnen wir uns ein leckeres Steak und genießen ein gutes Glas Wein dazu! Der Sonnenuntergang in Wien mit unserem Leuchtturm ist wie immer toll anzusehen!

